DFL-Supercup: Der Pokal, der keinen interessiert

Das erste Pflichtspiel der neuen Fußball-Saison in Deutschland bestreiten der FC Bayern München und der VfL Wolfsburg. Im DFL-Supercup treffen der Deutsche Meister und der DFB-Pokal-Sieger heute Abend aufeinander. Fußballfans freuen sich jedoch eher über das Spiel, da endlich wieder gekickt wird. Dass bei dem Duell auch ein Pokal gewonnen werden kann – wen juckt das? 

Man kennt das aus den vergangenen Jahren. Eine Mannschaft siegt beim Supercup, bei der anschließenden Pokalübergabe freuen sich die Spieler kaum mehr, als hätten sie gerade den Paulaner Cup gewonnen. Und irgendwie ist da auch was dran. Endlich wieder Fußball? Geil. Sehr geil, um es mit den Worten eines Supermarkt-Werbespots zu sagen. Aber das Gefühl, dass beim Supercup der erste Titel des Jahres verliehen wird, ein Verein ein erstes Ausrufezeichen setzen kann… Stellt sich das überhaupt bei jemandem ein? Eher nö. Vielmehr unterscheidet sich die Begegnung in der Wahrnehmung kaum von einem Freundschaftsspiel im Trainingslager.

Ursachenforschung mal ehrlich

Doch woran liegt das? Fangen wir erstmal mit den Fakten an, die auch wirklich belegbar sind. Der Supercup wurde bereits von 1987 bis 1996 ausgetragen. Dann wurde er von 1997 bis 2007 musste er dem Ligapokal weichen. Ein von der DFL ausgedachtes Mini-Turnier kurz vor Saisonbeginn, das Lust auf die Saison machen sollte. Nur irgendwie juckte auch der Ligapokal so niemanden.

Angetrieben von den Bayern und den Dortmundern – und weil die DFL das Turnier wahrscheinlich dann selber langweilig fand – wurde 2010 wieder der Supercup eingeführt. Die Frage, die sich einem Fan zu diesem Zeitpunkt stellt: Wenn die DFL selbst nicht weiß, was für ein Turnier sie am besten vor der Bundesliga-Saison veranstalten soll – warum sollte ich dass dann überhaupt geil finden? Schließlich hat der Pokal maximal eine Mini-Tradition, könnte aber gefühlt bei der nächsten supergeilen Idee eines DFL-Funktionärs für ein neues Turniers wieder in die Wüste geschossen werden. Die bisherige Geschichte spricht also nicht unbedingt für den Supercup.

Pokal oder Benefizkick?

Betrachten wir nun mal die Seite der Spieler. Betrachtet man das Verhalten der Siegermannschaft des Supercups fällt auf: Wenn man jetzt die Pokalübergabe rausschneiden würde, könnte man wohl kaum unterscheiden, ob sich die Spieler nun über einen Turniersieg freuen oder über ein 18:0 im Benefizspiel gegen die Licher-Traumelf.

Würde man den Kickern vor dem Spiel nicht sagen, dass sie wenigstens so tun sollen, als würden sie sich freuen, würden sie den Pokal womöglich regungslos nach oben strecken und anschließend in den Kabinentrakt verschwinden. Hier stellt sich die nächste Frage: Wenn sich schon die Spieler kaum für den Supercup interessieren, warum sollten es die Fans?

Als Fazit bleibt nur folgendes: Ob heute Abend nun ein Pokal vergeben wird oder nicht, ist mir relativ egal. Ich freue mich über jedes bisschen Fußball, was vor dem Saisonstart im Fernsehen kommt. Von mir aus braucht es den Supercup nicht. Richtig los geht die Saison sowieso erst mit dem Start von DFB-Pokal und Bundesliga.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s