Die Bayern sind nicht zu stark, der Rest der Liga ist zu blöd

Ich glaube, für diesen Artikel gibt es keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Er passt aktuell einfach immer. Grundtenor: Das ständige Gemecker vieler Fans und Vereine, die Bayern seien zu übermächtig. Ob das so ist, warum das so ist und ob das so bleibt, darauf werde ich nicht eingehen. Die Diskussion wurde schon zu oft geführt.

Stattdessen sollte man lieber die Situation anders betrachten. Ja, die Bayern sind bärenstark. Ja, sie sind unheimlich schwer zu stoppen und schießen seit Jahren alles kurz und klein. Aber: Die Dominanz der Bayern wäre weit weniger groß, würde sich die Konkurrenz nicht so blöd anstellen. Ja, blöd. Die Formulierung trifft es wohl sehr genau. 

Dortmund kriegt es nicht gebacken

Hauptsächlich muss hier einfach Borussia Dortmund genannt werden. Die Borussen haben neben den Bayern den wohl stärksten Kader der Liga. Statt darauf aufzubauen, machen sich die Dortmunder aber irgendwie alles selbst kaputt.

Der Stolperstart vergangene Saison – ist geschenkt, passiert halt auch mal. Fakt ist aber: Die Punktausbeute des BVB war bislang bärenstark – vor allem bis vor dem vergangenen Spieltag. Auch ein Herr Watzke hat ja treffend erkannt, dass die Schwarz-Gelben damit in vielen anderen Ligen Europas Spitzenreiter wären.

Mag sein, ABER da gibt es ein paar Punkte, die man den Dortmundern an dieser Stelle vorwerfen kann:

  1. Ich bin kein Freund dieser „Hätte, wäre, wenn“-Aussagen. Dortmund spielt nun mal in der Bundesliga, da helfen solche Aussagen von Watzke wenig. Nicht auf andere Ligen gucken, sondern auf sich selbst. Ich würde das mal als Konzentration auf das Wesentliche beschreiben. Nur vom Schönreden ist noch niemand Deutscher Meister geworden.
  2. Die Dortmunder haben zu viele Nebenkriegsplätze. Daran ist vor allem Mats Hummels Schuld, der gefühlt alle zwei Wochen mit neuen Aktionen und Äußerungen gegen sein Team, über seine Leistung und überhaupt für Ärger sorgt. Muss das denn sein?
  3. Und jetzt kommt der wichtigste Punkt: Die Dortmunder sind seit drei Jahren, wenn es drauf ankommt, nicht in der Lage, Pflichtsiege zu holen. Das 1:5 in München war bitter, ja. Aber wer sagt denn, dass der BVB im Rückspiel auch verliert? Eben. Drei Punkte sind da drin. Statt also den Rückstand auf die Münchner möglichst gering zu halten, gurken sich die Dortmunder einen ab. Oder sind die Bayern etwa auch Schuld, wenn die Schwarz-Gelben bei Hoffenheim nicht gewinnen können oder sich vom HSV abschlachten lassen? Nö. Immer erstmal an die eigene Nase packen. Zumal die Bayern ja auch mal Punkte verlieren. Würden die Dortmunder also weniger patzen… Sie wären viel näher dran und die Bayern nicht so übermächtig. Ist ja jetzt nicht so, dass der BVB Woche für Woche gegen Gegner alá Real Madrid oder Barcelona spielt. Will man Meister werden, musst du gegen die Abstiegskandidaten aus Hoffenheim und Hamburg gewinnen. Punkt.

Und der Rest?

Genug auf Dortmund eingeprügelt (die übrigens gerade gegen Krasnodar mit 0:1 verloren haben und in der Europa League in ihrer Tabelle nur noch auf Platz zwei sind – noch mal zum Thema „Niederlagen gegen schwache Gegner“). Schauen wir auf die anderen vermeintlichen Top-Teams der Liga – Wolfsburg, Leverkusen, Schalke. Zunächst nur zusammenfassend: Wer seinen eigenen Ansprüchen so krass hinterherhinkt wie in diesem Fall zumindest Leverkusen und Schalke, der darf sich auch nicht beschweren.

Wolfsburg: Platz 3, 13 Punkte Rückstand auf die Bayern

Nach dem Umbruch im Sommer kann ich die anfängliche Schwächephase der Wölfe verstehen. Von daher gibt´s hier noch nix zu meckern. Ich bin der Überzeugung, dass der VfL Dortmund noch Konkurrenz um Platz zwei machen wird und nächste Saison auch die Bayern wieder angreifen kann.

Leverkusen: Platz 6, 17 Punkte Rückstand auf die Bayern 

Was soll man dazu groß sagen. Jahr für Jahr für Jahr werden die Leverkusener ihren eigenen Ansprüchen nicht gerechnet. Der Vizekusen-Mythos passt halt irgendwo. Auftritten der Marke Weltklasse wie gegen Barcelona folgen dann Partien auf Kreisliga-Niveau. Warum das so ist? Keine Ahnung. Schließlich sind an dieser Problematik schon genug Trainer gescheitert.

Schalke: Platz 7, 17 Punkte Rückstand auf die Bayern

Was soll man dazu groß sagen. Jahr für Jahr für Jahr werden die… MOMENT! Nein, hier kommt keine Kopie des vorherigen Absatzes. Wobei es eigentlich angebracht wäre. Auch bei den Schalkern ist die Lücke zwischen Anspruch und Realität riesengroß.

Long story short: Klar sind die Bayern in Deutschland die absolute Übermannschaft. Aber es ist auch so, dass andere Klubs es entweder selbst wegwerfen (Dortmund), an den Münchnern dranzubleiben, oder einfach fernab der Realität leben (Schalke, Leverkusen) und sie einfach nicht in einer Liga mit den Münchnern spielen.

Dass das so ist, ist aber nicht die Schuld des FCB. Der hat immerhin hart dafür gearbeitet. Eher sollten andere Vereine weniger meckern und auf sich selbst schauen. Niemand ist unbesiegbar – ein wenig Fleiß vorausgesetzt.

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Ein Gedanke zu “Die Bayern sind nicht zu stark, der Rest der Liga ist zu blöd

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