Montagsspiele: Wie die DFL Vereine und Fans belügt

Hach ja, Montagsspiele. Die absolut unnötigste Entwicklung im deutschen Profifußball – noch schlimmer als der Videoschiedsrichter. Während wir jetzt einige Montagsspiele hinter uns haben, einige Fangruppen protestiert haben, bleibt ein fader Beigeschmack: keiner will diese Partien zur unliebsamen Zeit haben. Außer die DFL. Die macht keine Anstalten, davon abzuweichen. Und belügt munter weiter Fans und Vereine.

Sinn und Zweck? Fehlanzeige

Als die Montagsspiele angekündigt wurden, hatten die Verantwortlichen gleich ein Totschlagargument zur Hand. Natürlich wolle man nicht das Produkt Bundesliga ausbeuten. Natürlich diene das nicht der Kommerzialisierung und dem Profitgewinn durch die Zerstückelung des Spieltages.

Nein, stattdessen haben die Herren von DFL und DFB nur Gutes im Sinn gehabt! Denn: Die Montagsspiele sollten in einer stressigen Saison die Europa League-Teilnehmer entlasten. Gut, nun haben wir drei Montagsspiele hinter uns. Schauen wir doch mal auf die Teilnehmer:

  • Eintracht Frankfurt – RB Leipzig am 19.2.2018 – RB spielte vier Tage zuvor und drei Tage danach in der EL. Dieselben Pausen hätte die Mannschaft bei einer Spielansetzung am Sonntag gehabt. Die Eintracht spielte nicht international.
  • Borussia Dortmund – FC Augsburg am 26.2.2018 – Dortmund spielte vier Tage zuvor in der EL, nach dem Montagsspiel folgte kein EL-Spiel. Augsburg spielte nicht europäisch.
  • Bremen – Köln am 12.3.2018 – Keine Mannschaft spielte europäisch, weil nicht im Wettbewerb vertreten.
  • Zudem treffen am 16.4. Mainz und Freiburg an einem Montag aufeinander. Ebenfalls zwei Mannschaften, die nicht europäisch spielen.

Also, liebe DFL: Wen wollt ihr hier belügen? Die Spielansetzungen zeigen: Den Sinn, Europa-League-Teilnehmer mehr Zeit zur Schonung zu verschaffen, haben die Montagsspiele so ziemlich zu 100 Prozent verfehlt.

Medial thematisiert wurden diese katastrophalen Ansetzungen bislang kaum. Zeit, dass zu ändern. Einen Schritt in diese Richtung ist jetzt auch der FSV Mainz gegangen. Die 05er haben Protest gegen das Montagsspiel eingelegt.

Hoffentlich tun das in Zukunft noch mehr Klubs und Fans. Denn: Montagsspiele haben definitiv nicht den noblen Hintergrund, den DFL und DFB damals nach außen hin verkauft haben.

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