Jetzt krieg den Arsch hoch, Mario!

Die Spekulationen um einen Wechsel von Mario Götze scheinen beendet. Laut der Bild will der 23-Jährige in München bleiben und freut sich auf das erste Training unter dem neuen Coach Carlo Ancelotti. Nachzulesen gibt es das hier beim Spiegel. Für Bild.de schalte ich bestimmt nicht meinen Adblocker aus.

Sollte Götze wirklich in München bleiben, wäre das für mich eine Überraschung. Einerseits würde ich ihm für diese Entscheidung enormen Respekt zollen – wegzugehen wäre wohl einfacher. Andererseits hilft alles Schönreden nichts: Götze muss jetzt den Arsch hochkriegen und sich durchsetzen!

Alles andere als leicht

Mal ehrlich: Zurück zu Kloppo nach Liverpool oder zurück nach Dortmund, dazu wohl noch zig andere Interessenten aus ganz Europa: Mario Götze hätte sich wohl locker flockig aussuchen können, wo er nächste Saison spielt. Für ihn wäre ein Wechsel die einfachste Option gewesen. In München konnte er sich nie durchsetzen, also lieber fliehen und woanders spielen, anstatt die eigene Reputation und den Platz in der Nationalelf zu riskieren.

Macht er scheinbar nicht. Find ich gut. So viel Courage hätte ich Götze nicht zugetraut. Zudem hätte ich es verstehen können, wenn er sagt, er hakt das Kapitel München ab und versucht, woanders wieder zu alter Stärke zu finden. Wahrscheinlich hätten das sogar neun von zehn Leuten gemacht. Und hätten die Bayern ihn auf die Insel geschickt, hätten sie wahrscheinlich noch zehn Millionen Euro mehr eingesackt, als Götze aktuell eigentlich wert ist.

All diese Gedankengänge scheinen aber obsolet. Götze sucht nicht den einfachen Ausweg. Götze will scheinbar kämpfen. Machen wir es kurz: Respekt vor dieser Entscheidung. Sollte sie denn wahr sein. Das hätten wohl nicht viele gemacht.

Die PS müssen auf den Rasen

Dass Götze ein begnadeter Fußballer ist, steht außer Frage. Dass er bei den Bayern auch viel Verletzungspech hatte, ist auch eher unglücklich gelaufen. Leider fiel er aber zuletzt, wenn er denn mal spielen durfte, eher durch solche Sachen auf als durch Leistung auf dem Rasen:

DAS ist so ziemlich der größte Müll, den ein Fußballer seit Jahren in der Öffentlichkeit gebracht hat. Dementsprechend gut fielen auch die Kommentare unter dem Clip aus:

alter schwede, ich kotz gleich…. dein pr spacko solltest du dringend, ich wiederhole DRINGEND! feuern…

Junge was ist mit dir?! 😀 😀

Götze ist nur noch ne Witzfigur…auch sportlich…alle haben sie geschimpft, weil er in den wichtigen Spielen nicht gespielt hat..Warum wohl? Wenn er mal die Chance hatte sich zu empfehlen, ist er aufm Platz rumgetrabt wie ein angeschossenes Pferd..ich mag den gar nicht mehr !!

Wenn du nur annähernd so viel Energie für deinen Beruf einsetzen würdest, dann sehe deine Situation ganz bestimmt anders aus…Mich wundert bei dir schon lange nichts mehr. Mannnnn Junge, wach endlich auf 😕

Fazit: Wenn du schon nicht gut spielst, schießt du dir mit solchen Aktionen garantiert ein Eigentor.

Wer weiß, vielleicht haben all diese Entwicklungen dazu geführt, dass sich Götze von seinem bisherigen Management getrennt hat. Stattdessen soll sich seine Familie um ihn kümmern. Weg von dämlichen PR-Gags, hin zu mehr Konzentration für das, was wirklich zählt? Man würde es Götze wünschen.

Fakt ist: Mario Götze scheint wohl alles in die Wege zu leiten, um es noch ein letztes Mal in München zu versuchen. Die richtigen Mittel, um sich wieder mehr aufs Sportliche zu konzentrieren, hat er scheinbar schon mit dem Management-Wechsel eingeleitet.

Was jetzt noch kommen muss, ist die Leistung auf dem Platz. Götze kann es sich nicht erlauben, unter Ancelotti ähnlich teilnahmslos über den Platz zu traben wie zu Ende der Saison 2015/2016. Klar hatte er unter Pep Guardiola nie wirklich viel gespielt. Zum Schluss bekam er in der Bundesliga aber immer wieder Einsätze über mindestens 60 Minuten. Statt diese jedoch zu nutzen, blieb er blass, farblos. Eine Rechtfertigung, ihn nicht zu bringen.

Wenn er so weiter spielt, wird er auch unter Ancelotti keine rolle spielen. Aber noch hat Götze die Chance, seine Zeit beim FC Bayern zu einer guten zu machen. Er muss nur einfach mal den Arsch hochkriegen und Leistung bringen.

Advertisements

Die Bayern sind nicht zu stark, der Rest der Liga ist zu blöd

Ich glaube, für diesen Artikel gibt es keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Er passt aktuell einfach immer. Grundtenor: Das ständige Gemecker vieler Fans und Vereine, die Bayern seien zu übermächtig. Ob das so ist, warum das so ist und ob das so bleibt, darauf werde ich nicht eingehen. Die Diskussion wurde schon zu oft geführt.

Stattdessen sollte man lieber die Situation anders betrachten. Ja, die Bayern sind bärenstark. Ja, sie sind unheimlich schwer zu stoppen und schießen seit Jahren alles kurz und klein. Aber: Die Dominanz der Bayern wäre weit weniger groß, würde sich die Konkurrenz nicht so blöd anstellen. Ja, blöd. Die Formulierung trifft es wohl sehr genau. 

Dortmund kriegt es nicht gebacken

Hauptsächlich muss hier einfach Borussia Dortmund genannt werden. Die Borussen haben neben den Bayern den wohl stärksten Kader der Liga. Statt darauf aufzubauen, machen sich die Dortmunder aber irgendwie alles selbst kaputt.

Der Stolperstart vergangene Saison – ist geschenkt, passiert halt auch mal. Fakt ist aber: Die Punktausbeute des BVB war bislang bärenstark – vor allem bis vor dem vergangenen Spieltag. Auch ein Herr Watzke hat ja treffend erkannt, dass die Schwarz-Gelben damit in vielen anderen Ligen Europas Spitzenreiter wären.

Mag sein, ABER da gibt es ein paar Punkte, die man den Dortmundern an dieser Stelle vorwerfen kann:

  1. Ich bin kein Freund dieser „Hätte, wäre, wenn“-Aussagen. Dortmund spielt nun mal in der Bundesliga, da helfen solche Aussagen von Watzke wenig. Nicht auf andere Ligen gucken, sondern auf sich selbst. Ich würde das mal als Konzentration auf das Wesentliche beschreiben. Nur vom Schönreden ist noch niemand Deutscher Meister geworden.
  2. Die Dortmunder haben zu viele Nebenkriegsplätze. Daran ist vor allem Mats Hummels Schuld, der gefühlt alle zwei Wochen mit neuen Aktionen und Äußerungen gegen sein Team, über seine Leistung und überhaupt für Ärger sorgt. Muss das denn sein?
  3. Und jetzt kommt der wichtigste Punkt: Die Dortmunder sind seit drei Jahren, wenn es drauf ankommt, nicht in der Lage, Pflichtsiege zu holen. Das 1:5 in München war bitter, ja. Aber wer sagt denn, dass der BVB im Rückspiel auch verliert? Eben. Drei Punkte sind da drin. Statt also den Rückstand auf die Münchner möglichst gering zu halten, gurken sich die Dortmunder einen ab. Oder sind die Bayern etwa auch Schuld, wenn die Schwarz-Gelben bei Hoffenheim nicht gewinnen können oder sich vom HSV abschlachten lassen? Nö. Immer erstmal an die eigene Nase packen. Zumal die Bayern ja auch mal Punkte verlieren. Würden die Dortmunder also weniger patzen… Sie wären viel näher dran und die Bayern nicht so übermächtig. Ist ja jetzt nicht so, dass der BVB Woche für Woche gegen Gegner alá Real Madrid oder Barcelona spielt. Will man Meister werden, musst du gegen die Abstiegskandidaten aus Hoffenheim und Hamburg gewinnen. Punkt.

Und der Rest?

Genug auf Dortmund eingeprügelt (die übrigens gerade gegen Krasnodar mit 0:1 verloren haben und in der Europa League in ihrer Tabelle nur noch auf Platz zwei sind – noch mal zum Thema „Niederlagen gegen schwache Gegner“). Schauen wir auf die anderen vermeintlichen Top-Teams der Liga – Wolfsburg, Leverkusen, Schalke. Zunächst nur zusammenfassend: Wer seinen eigenen Ansprüchen so krass hinterherhinkt wie in diesem Fall zumindest Leverkusen und Schalke, der darf sich auch nicht beschweren.

Wolfsburg: Platz 3, 13 Punkte Rückstand auf die Bayern

Nach dem Umbruch im Sommer kann ich die anfängliche Schwächephase der Wölfe verstehen. Von daher gibt´s hier noch nix zu meckern. Ich bin der Überzeugung, dass der VfL Dortmund noch Konkurrenz um Platz zwei machen wird und nächste Saison auch die Bayern wieder angreifen kann.

Leverkusen: Platz 6, 17 Punkte Rückstand auf die Bayern 

Was soll man dazu groß sagen. Jahr für Jahr für Jahr werden die Leverkusener ihren eigenen Ansprüchen nicht gerechnet. Der Vizekusen-Mythos passt halt irgendwo. Auftritten der Marke Weltklasse wie gegen Barcelona folgen dann Partien auf Kreisliga-Niveau. Warum das so ist? Keine Ahnung. Schließlich sind an dieser Problematik schon genug Trainer gescheitert.

Schalke: Platz 7, 17 Punkte Rückstand auf die Bayern

Was soll man dazu groß sagen. Jahr für Jahr für Jahr werden die… MOMENT! Nein, hier kommt keine Kopie des vorherigen Absatzes. Wobei es eigentlich angebracht wäre. Auch bei den Schalkern ist die Lücke zwischen Anspruch und Realität riesengroß.

Long story short: Klar sind die Bayern in Deutschland die absolute Übermannschaft. Aber es ist auch so, dass andere Klubs es entweder selbst wegwerfen (Dortmund), an den Münchnern dranzubleiben, oder einfach fernab der Realität leben (Schalke, Leverkusen) und sie einfach nicht in einer Liga mit den Münchnern spielen.

Dass das so ist, ist aber nicht die Schuld des FCB. Der hat immerhin hart dafür gearbeitet. Eher sollten andere Vereine weniger meckern und auf sich selbst schauen. Niemand ist unbesiegbar – ein wenig Fleiß vorausgesetzt.