Der peinliche Blick auf die Tabelle

Die Bayern sind zu übermächtig und die Bundesliga zu langweilig. Bla bla. Das Thema hatte ich bereits vor einigen Wochen aufgegriffen. Der Tenor damals: Die Bayern sind nicht zu stark, der Rest der Liga ist zu schwach. Jetzt, nach 22 Spieltagen, fühle ich mich in dieser Meinung bekräftigt. Der Blick auf die Tabelle stützt diese These nur.

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Quelle: Screenshot/kicker.de

Nur zwei Teams arbeiten gut

So, wir sehen: Nicht nur die Bayern sind dem Rest der Liga meilenweit enteilt, auch die Dortmunder sind es. Das bestätigt den Trend der letzten Jahre: Die Borussen haben seit einiger Zeit verdammt gute Arbeit geleistet. Sie haben ihre Mannschaft sinnvoll verstärkt, gut gewirtschaftet und auch die Posten außerhalb des Platzes bärenstark besetzt.

Der Lohn: Der BVB hat sich als zweitbeste Mannschaft Deutschlands etabliert. Mindestens. Dass sie die Bayern schlagen können, haben sie schon bewiesen. Den Ausrutscher in der vergangenen Saison mal ausgenommen. 15 Punkte Vorsprung haben die Dortmunder auf Platz drei. Das sind Welten! Sonst kannte man solche Abstände nur zwischen den Münchnern und dem Rest der Bundesligisten. Inzwischen ist aber auch der BVB deutlich stärker als die restlichen 16 Teams von Deutschlands Oberhaus.

An dieser Stelle erspare ich mir übrigens die Lobeshymnen auf den FCB. Dass die Bayern vernünftig arbeiten, ist ja kein Geheimnis.

Ein Sonderlob für den BVB

Stattdessen möchte ich nochmal die starke Arbeit der Dortmunder hervorheben. So sehr sie in den vergangenen Jahren Meinungsverschiedenheiten mit den Münchnern hatten: beschwert haben sie sich nicht, dass sie gegen den übermächtigen Rekordmeister chancenlos sind.

Stattdessen haben sie gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. Vom ehemaligen Pleiteklub, der in argen finanziellen Schwierigkeiten steckte und sportlich nur mäßigen Erfolg hatte, ist nichts mehr übrig. Mal als Beleg die Platzierungen des BVB seit der Meistersaison 2001/2002:

  • 2002/2003: 3.
  • 2003/2004: 6.
  • 2004/2005: 7.
  • 2005/2006:7.
  • 2006/2007: 9.
  • 2007/2008: 13
  • 2008/2009: 6.
  • 2009/2010: 5.

Danach folgten zwei Meisterschaften sowie zwei zweite Plätze in der Liga. Die Borussen haben es geschafft, aus eigener Kraft vom Mittelmaß wieder zum Spitzenteam zu werden. Das sollte der Liga zu denken geben.

Jammern hilft nicht

Statt also zu meckern, die Bayern sind zu stark, sollten Teams wie Schalke, Leverkusen und vor allem der VfL Wolfsburg einfach ruhig und konzentriert ihr Ding machen. Gerade die Wölfe haben die finanziellen Mittel, um eigentlich mit den Bayern und den Dortmundern zu konkurrieren.

Es hilft aber nichts, wenn man sich beschwert, selbst aber gegen Klubs wie Darmstadt, Ingolstadt und Co. Punkte liegen lässt. Da können selbst die Münchner nichts dafür.

Abschließend noch ein paar Belege, wie weit die beiden besten Teams der Liga dem Rest mittlerweile schon enteilt ist:

  • Lediglich die Münchner und die Borussen haben es geschafft, über 50 Tore zu schießen. Nämlich 56 beziehungsweise 54.
  • Nur die Gladbacher können da mit 43 Treffern annähernd folgend. Vermeintliche Spitzenteams wie Leverkusen (31 Tore), Schalke (31 Tore) und Wolfsburg (32 Tore) treffen einfach zu wenig.
  • Zum Vergleich: Bayern Robert Lewandowski und Thomas Müller haben zusammen 39 Tore erzielt. Damit treffen die beiden allein deutlich häufiger als 15 Teams der Bundesliga!
  • Zusammen erzielen die Bayern und der BVB pro Partie im Schnitt 2,5 Tore. Die Teams auf den Plätzen drei bis acht kommen dagegen durchschnittlich nur auf 1,48 Treffer pro Spiel.
  • Kein Verein außer dem Spitzenduo hat eine positive Tordifferenz im zweistelligen Bereich. Der FCB hat +45 auf dem eigenen Konto stehen, die Borussen +30. Hertha auf Platz drei kommt nur auf +6, Leverkusen auf +8, Gladbach auf +5 und Schalke sogar nur auf +2.
  • Nur acht Teams in der Bundesliga haben überhaupt ein positives Torverhältnis.

Fazit: Jeder ist seines Glückes Schmied. Angesichts dieser Statistiken sollten sich aber die Klubs mit Ambitionen auf eine Spitzenplatzierung eher an die eigene Nase fassen, anstatt zu klagen, die Bayern wären zu übermächtig. 

 

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