Seid stolz auf eure Ultras

Wer meinen Blog und meine Facebook-Seite schon länger beobachtet, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass ich mich enorm für das Thema Ultras interessiere. Gleichzeitig möchte ich betonen, dass ich als Außenstehender eben auch nur die Quellen zur Verfügung habe, die eben jeder hat, um sich über das Thema zu informieren. Wie es innerhalb einer Ultra-Gruppierung zugeht, das kann ich euch leider auch nicht sagen.

Was ich aber sagen kann: Ich bin der festen Überzeugung, dass Deutschland stolz auf seine Ultras sein sollte. Beziehungsweise jeder Fan eines höherklassigen Vereins sollte froh sein, dass es Ultras gibt, die den Klub bei jedem Spiel lautstark unterstützen.

Kritik ist berechtigt

Kommen wir aber zunächst zu den Kritikpunkten, die Ultras immer wieder vorgeworfen werden:

  1. Ultras sind nur auf Gewalt, also Schlägereien aus.
  2. Ultras halten sich an keine Regeln und machen sowieso, was sie wollen.
  3. Ultras? Die zünden doch eh nur Pyrotechnik.
  4. Vor den Ultras muss man Angst haben. Die eigene Sicherheit ist in Gegenwart dieser Gruppen gefährdet.

So viel nur mal als Beispiel, die Liste könnte man noch ewig fortführen.

Versteht mich nicht falsch: Ich möchte die Ultras auf keinen Fall von allen Anklagepunkten freisprechen. In meinen Augen sind Vorfälle, bei denen beispielsweise Pyrotechnik auf den Rasen geworfen wird, Prügeleien mit der Polizei und gegnerischen Fans ausarten und Nicht-Ultras in Mitleidenschaft gezogen werden, aufs Schärfste zu verurteilen. Auch das Fußballstadion ist kein rechtsfreier Raum. Wer Scheiße gebaut hat, muss dafür in entsprechendem Maß bestraft werden, ohne wenn und aber.

Daher sage ich gleich vorweg: Ja, Ultras fallen öfters mal negativ auf. Dennoch sollte man sie nicht aufgrund von unwahren Gerüchten gleich verurteilen. Wo viele Menschen auf einem Haufen sind, da kann auch mal was schiefgehen. Genauso, wie sich beim Fußball geprügelt wird, gibt es eben auch mal Schlägereien auf einem großen Konzert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Schert nicht einfach die Ultras über einen Kamm und glaubt nicht immer das, was in der Zeitung steht. Gerade in diesem Bereich neigen die Medien gerne mal dazu, die Leserschaft mit dem Klischee des „bösen Fußballfans“ befriedigen zu wollen.

Das Positive überwiegt

Dass die Ultras ab und an mal zu weit gehen, haben wir geklärt. Das steht außer Frage. Nun hinterfragt euch aber mal selber: Wie wäre euer Stadionbesuch, wenn es keine Ultras gäbe?

  • Keiner würde eure Mannschaft mehr 90 Minuten unterstützen. Was die Ultras leisten, ist klasse. In der eigenen Freizeit werden über unzählige Stunden Fahnen, Banner, Transparente und Choreos gefertigt, werden neue Lieder ausgedacht. Das würde alles wegfallen und somit dem Fußball eine der wichtigsten Komponenten nehmen, die Emotionen und die Stimmung. Denn ganz ehrlich: Alle zwei Minuten bei einer gelungenen Aktion klatschen (und das macht eben der normale Stadionbesucher) erzeugt einfach keine Atmosphäre. Das ist nicht böse gemeint. Aber niemand, der einfach nur das Spiel sehen will, nimmt die Mühen der Ultras auf sich und trägt so zum Stadionfeeling bei wie diese Gruppierungen.
  • Ihr könntet bei jeder Gelegenheit auch die Männer fluchen hören, die 30 Reihen hinter euch sitzen.
  • Eure Mannschaft erhält so gut wie keine Rückendeckung mehr. Ob Heim- oder Auswärtsspiel, alle Begegnungen fühlen sich quasi gleich an.

Und mal ganz ehrlich, sicherer wäre dadurch auch niemand. Man muss schon arg suchen, wenn man Vorfälle finden will, bei denen die Ultras einen normalen Fan angegriffen haben. Das gibt es eigentlich gar nicht. Von daher würde der normale Stadionbesucher in Sachen Sicherheit keine Veränderungen feststellen.

Statt immer nur das negative zu sehen, seht es doch mal so: Es ist faszinierend anzusehen, wie ein Block auf mehreren tausend Menschen zusammen singt, hüpft und die Mannschaft voranpeitscht. Ich kann jeden verstehen, der sagt, dass das nichts für ihn ist und er lieber einfach nur das Spiel gucken möchte. Aber ein großer Teil der Stadionatmosphäre haben wir alle den Ultras zu verdanken. Und dafür, dass wir in Deutschland so geile Stimmung in unseren Stadien haben, sollten wir dankbar sein.

Zum Abschluss empfehle ich folgendes Video. Die Mageburger Ultras feuern ihre U15 (!!!) bei einem Hallenturnier an. Das zeigt: Ultras sind eben nicht gewaltsuchende Idioten. Sie lieben einfach nur diesen Sport und ihr Team.

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Ikke Hüftgold, alias der Schmarotzer ohne Ideen

Wenn ihr jetzt diese Überschrift lest, keine Sorge. Meine Seite ist nicht zum Ballermann-Blog verkommen. Ihr werdet es kaum glauben, aber ich schaffe es, selbst von einem Ikke Hüftgold die Kurve zum Sport zu bekommen. Genauer gesagt geht es um die Fans beziehungsweise Ultras und ihre Lieder. Aber der Reihe nach.

Geht ins Ohr, bleibt im Kopf

Ich bin jetzt kein Vorsänger einer Ultra-Gruppierungen, aber ein „Urteil“ erlaube ich mir mal: Lieder, die im Block gesungen werden, erfüllen folgende Kriterien:

  1. Sie sind nicht allzu kompliziert, jeder kann sie mitsingen
  2. Die Melodie ist eingängig und bleibt sofort hängen
  3. Sie sind schwungvol, um Stimmung zu machen

Ihr wisst, was ich mein. Diese Fangesänge bleiben einfach im Kopf und man kann sie schon nach ein bis zwei Durchgängen mitsingen. Das ist ideal, um die Stimmung im Block hoch zu halten, da wirklich jeder mitmachen kann.

Jetzt überlegen wir mal kurz, auf welche Musikrichtung die oben genannten Kriterien noch zutreffen… Richtig, auf die Ballermann-Hits! Schließlich müssen es die Artisten hier schaffen, eine hackedichte Meute zu unterhalten. Am besten mit Liedern, die auch der rotzevolle Typ, der schon seit zwei Stunden kotzend in der Ecke liegt, mitsingen kann.

Langsam ahnt ihr, wie ich die Kurve von Ikke Hüftgold zum Sport kriege. Scheinbar ist der gute Ikke nämlich nicht allzu kreativ und schmarotzt seine Lieder daher gerne mal bei den Fußballfans. Da aber jeder ganz einfach Behauptungen aufstellen kann, kommen jetzt die Belege.

Wenn ich nachts nicht schlafen kann… Schau ich mir Videos von Fans an

Den Anfang macht die Südkurve München. Die präsentierte zum Auswärtsspiel vergangene Saison in Hannover folgendes neues Lied.

Wir sehen, die Kriterien von oben sind erfüllt. Das Lied macht gut Stimmung und bleibt im Kopf. Präsentiert wurde das Lied übrigens Anfang März 2015.

Knapp drei Monate später kam dann der ideenreiche Ikke um die Ecke und präsentierte folgenden Song:

Puh, kommt einem bekannt vor, ne? Ein bisschen Recherche hinterher zeigt: Die Südkurve hat auf diesen Klau eher wenig begeistert reagiert, und auch szenenahe Nachrichtenseiten haben darüber berichtet.

Ab nach England

Da sich die Südkurve nach Ikkes Geschmack wohl zu sehr üer diese Aktion geärgert hat, hat sich der Gute einfach andersweitig umgesehen (selbst nachdenken wäre wohl zu viel verlangt). In England machte nämlich das „Yaya-Kolo-Lied“ die Runde. Darin besingen die Fans Yaya und Kolo Toure, auch bei der Dart-WM war das Lied ein Hit:

Danach hat Ikke heftig gegrübel (geklaut) und seinen neuesten, total originellen Mega-Hit präsentiert:

Was lernen wir daraus? Fußballfans sind deutlich einfallsreicher als Ikke Hüftgold. Daher: Ikke, lass den Müll, gib die Ideen der Ultras und Fans nicht als deine eigenen aus und überleg dir gefälligst selbst was!